Zusammenfassung des Projekts DYSSpeLD.

Viele spezifische Lernschwierigkeiten (Specific Learning Difficulties/Disabilities – Sp.L.D.) treten gemeinsam auf bzw. überlappen sich, was dazu führt, dass ein und derselbe Schüler verschieden kategorisiert wird. Nur wenige EU-Länder anerkennen auch das Faktum, dass Entwicklungsdyslexie (Legasthenie) nur ein Syndrom in einer Reihe von Lernschwierigkeiten darstellt, die außerdem noch unterschiedliche Grade an Koexistenz aufweisen können.

Im Jahre 2007 gab es in den 27 EU-Ländern (EU-27) 108 Millionen junge Menschen im Alter von 0-19. Nimmt man nach konservativer Schätzung eine Schülerpopulation von 80 Millionen in den 27-EU-Ländern (EU-27) an, dann könnten zwischen 18,5 bis 30 Millionen Kinder von spezifischen Lernschwierigkeiten mit unterschiedlichen Ausmaßen an Koexistenzen betroffen sein. Wie man es auch dreht und wendet, weisen diese Zahlen, wenn die Betroffenen nicht erkannt und unterstützt werden, auf eine riesige verlorene Generation hin, die zu verlieren, sich die EU bei der heutigen Globalisierung nicht leisten kann.

Nicht erkannte und behandelte spezifische Lernschwierigkeiten (Sp.L.D.) führen zu geringem Selbstwertgefühl, hoher Stressbelastung, atypischem Verhalten, verminderten Leistungen und Schulerfolgen und einem frühen Ausstieg aus dem schulischen Bildungsbereich. Das kann sich in Gewalt in der Schule und später in asozialem Verhalten manifestieren. Im schlimmsten Fall kommt es zu kriminellen Handlungen und den entsprechenden Sanktionen dafür. Aber es gibt auch die konträren Fälle, in denen Kinder und Jugendliche, die eine entsprechende Förderung in Bezug auf ihre spezifischen Lernschwierigkeiten (Sp.L.D.) erhalten haben, eine höhere Bildung erlangen und zu verantwortlichen Staatsbürgern heranreifen.

Vom Programm Lebenslanges Lernen wurden zahlreiche Projekte im Zusammenhang mit Entwicklungsdyslexie (Legasthenie) gefördert. Allerdings stellt die Entwicklungsdyslexie nur eine von in unterschiedlichen Graden mit einander auftretenden 7 Lernstörungen dar, die aufgrund ähnlicher zugrundeliegender Defizite in der Informationsverarbeitung einen ähnlichen pädagogischen Zugang erfordern. Dieses Projekt stellt einen ersten Schritt in Richtung des Austausches von Informationen und Erfahrungen im Bereich der spezifischen Lernschwierigkeiten (Sp.L.D.) dar, was zu Methoden und Ansätzen für das Verstehen ihrer Koexistenz und zum Testen und Implementieren von neuen organisatorischen und pädagogischen Zugängen führt.